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Infografiken erstellen: Grafik-Software vs. Spezial-Tools vs. Freelancer/Agentur

Der ganz große Online-Marketing-Hype um Infografiken ist inzwischen abgeflaut. Nichts desto trotz sind schicke Visualisierungen nach wie vor ein hervorragendes Instrument für Blogger, Content-Marketing-Spezialisten und SEOs. Bei der Erstellung haben gibt es mehr Auswahl denn je – aber nicht jeder Pfad ist für jede Gruppe geeignet.

Um 2011 gab es insbesondere im Online-Marketing-Kosmos kaum einen Blogpost, der ohne Infografik auskam. Aus gutem Grund: Mittels „visual storytelling“ lassen sich auch komplexe Informationen und Zusammenhänge leicht erfassbar aufbereiten. Ein direkter Nutzen sind zufriedene Besucher, aber auch Aufmerksamkeit Anderswo – inklusive wertvoller Backlinks.

Der Hype ist vorbei, aber Infografiken haben zwischenzeitlich nichts von ihrer Effektivität verloren. So bezeichnete das Fachblog The Next Web bezeichnete die Illustrationen unlängst als „das Geheimnis für super SEO.“ Und dem Künstler Martin Mißfeld gelang es, mit einer selbst erstellten Infografik zur Sonnenfinsternis innerhalb von 10 Tagen rund 150 Verlinkungen auf eine brandneue Seite zu erhalten, darunter von Autoritäten wie Arte und dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum.  Hinzu kamen mehr als 250.000 (!) neue Besucher.

Freelancer und Agenturen

Infografik aus der Freelancer-Community visually

Erstellte Infografik aus der Freelancer-Community visually

Mißfeld gibt im gleichen Artikel auch Empfehlungen zur Budget-Verteilung. Statt „nur“ 1.000 Euro in eine Infografik (gemacht in Indien) plus 3.000 Euro ins Seeding zu investieren, sollte man lieber gleich 4.000 Euro für die Erstellung einer richtig gute Infografik in die Hand nehmen. Angesichts des Aufwandes sind das zweifellos gerechtfertigte Summen, die allerdings die Budgets der meisten Online Marketer aber nicht hergeben – vor allem, wenn es sich um einen Testlauf ohne gesicherten ROI handelt.

Auf der anderen Seite hat es einige unbestreitbare Vorteile, die Konzeption und Kreation in die Hand von Profis zu geben. Trotz notwendigem Briefing und Korrekturschleifen ist die Zeitersparnis enorm, das unter dem Strich stehende Ergebnis in aller Regel wesentlich attraktiver und damit auch „teilbarer“ als Infografiken von Toolboxen. Nicht zuletzt können bei händisch erstellten Infografiken jegliche Extra-Wünsche bei der Gestaltung berücksichtigt werden – das Ergebnis ist passgenau und einmalig. Ein Deja-Vu-Erlebnis beim Besucher, das sich gerade beim Rückgriff auf populäre Infografik-Tools schnell einstellen kann, bleibt aus.

Infografiken erstellen mit kostenlosen Tools

In den letzten Jahren gingen eine ganze Reihe Online-Tools zur einfachen Erstellung von Infografiken ans Netz, von denen wir im Folgenden einige empfehlenswerte Anbieter kurz vorstellen. Die Links führen zu weiteren Informationen in unserem Tool-Verzeichnis, wo es auch eine Visualisierungen und Infografiken Rubrik gibt.

  • Piktochart – Leistungsfähiges Tool zur Erstellung von Infografiken, auch in der kostenlosen Version. Gestaltung per Point and Click.
  • easel.ly – Weitgehend ohne Anmeldung nutzbares Tool zur Erstellung von Infografiken mit sehr schnellem Editor.
  • Venngage – Schon in der kostenlosen Version sehr flexibles Online-Tool zur Erstellung von Infografiken. Gestaltung mittels Drag and Drop.
  • tableau public – Mächtige Visualisierungs-Software für PC und Mac. Damit erstellte Charts und Diagramme können einfach auf Websites eingebettet werden. Kostenlos.
  • Google Charts – Kostenloses Google-Tool zur Live-Visualisierung von auf verschiedenen Wegen integrierbaren Daten. Zahlreiche Chart-Optionen zur Auswahl.
  • infogr.am – Tool zur Erstellung von Infografiken und Charts über ein intuitives und funktionsreiches Interface. Umfangreiche Analyse-Möglichkeiten in den Premium-Paketen.
Editor von Marktführer Piktochart

Editor von Marktführer Piktochart

Alle genannten Tools sind auch kostenlos zur Erstellung von Infografiken nutzbar, wobei der gratis nutzbare Funktionsumfang erheblich variiert. So lassen sich bei easelly Infografiken auch mit dem Gratis-Tarif brandingfrei gestalten und hochauflösend exportieren (pdf, png), während es diese Funktionen bei Marktführer Piktochart nur im 29-US-Dollar-pro-Monat-Tarif gibt. Verglichen mit der Beauftragung eines Designers handelt es sich bei dieser Summe freilich immer noch um Peanuts.

Weitere häufige Premium-Funktionen sind zusätzliche Templates und Grafiken, mehr Upload-Slots für eigene Bilder sowie Analyse-Funktionen.

Anbieter von Infografik-Tools versprechen eine schnelle Gestaltung gut aussehender Infografiken, und tatsächlich ist das Handling bei allen genannten Angbeoten auch sehr intuitiv. Die eigentliche Ausarbeitung ist aber nur ein vergleichsweise kleiner Aspekt, wie ein von der Inbound-Marketing-Agentur LinkBird entwickeltes 5-Stufen-Modell illustriert – sämtliche Schritte abseits von der Produktion sind nichts desto trotz durchzuführen.

Infografiken erstellen: 5-Stufen-Modell

Infografiken erstellen: 5-Stufen-Modell

Weil es keine professionelle Beratung bei der Konzeption gibt, sollten sich Online Marketer für gelungene Endergebnisse außerdem umfangreich einlesen. So beschreibt etwa dieser Smashing Magazine Artikel, worauf es ankommt. Aber selbst bei umfangreicher Fach-Lektüre werden die Ergebnisse niemals so rund sein, wie wenn man etwa einen Profi von visually (ab 2.500 US-Dollar) ans Thema heranlässt.

Trotzdem: Die Ergebnisse der Infografik-Tools können sich sprichwörtlich sehen lassen und werden für viele Anwendungsbereiche „gut genug“ sein. Gerade für hochaktuelle Schnellschüsse, wenn es um das Austesten der Resonanz zu bestimmten Themen geht oder wenn einfach nur ein nutzwertiger Blogpost zusätzlich illustriert werden soll.

(Online-)Grafik-Software

Die meisten wirklich professionell gestalteten Infografiken sind das Werk von Profi-Designern, bei denen Adobe-Software nach wie vor erste Wahl ist. Ein relativ leicht verständliches Tutorial, wie sich mit Adobe Illustrator schicke Infografiken zaubern lassen, findet sich hier.

Gewusst wie: Adobe Photoshop

Gewusst wie: Adobe Photoshop

Ein Einzelprodukt-Abo von Illustrator und Photoshop kostet regulär je 24 Euro monatlich, wobei es regelmäßig sehr attraktive Rabatt-Aktionen gibt. Das Komplettpaket der Creative Cloud, wozu außerdem noch Tools wie Dreamweaver, Premiere Pro und After Effects gehört, gibt es für rund 60 Euro monatlich. Selbst im Vergleich zu den Monatspreisen vieler Nur-Infografik-Tools sind das vernünftige Preise. Vor einer sinnvollen Nutzung stehen allerdings unzählige Stunden Einarbeitungsaufwand, über deren Investition sehr genau nachgedacht werden sollte.

Einen interessanten Mittelweg aus Grafik-Software für Profis (inklusive kostenloser Programme wie Gimp) und Spezial-Tools stellen sehr reduzierte Online-Editoren dar. An erster Stelle zu nennen ist hier Canva, ein äußerst beliebtes und leicht nutzbares Bildbearbeitungsprogramm mit günstigem Freemium-Modell.

Für die Nutzung als Tool zum Erstellen von Infografiken gibt es eine Anleitung und sogar ein geführtes Tutorial. Praktisch hierbei: Macht man sich mit Canva vertraut, kann man es auch gleich intuitiv für weitere Designarbeiten verwenden. Das ist bei Spezial-Tools nicht beziehungsweise nur sehr eingeschränkt möglich, dafür stellen Piktochart & Co. durch ihren klaren Fokus das perfekte Handwerkszeug für den einen Anwendungszweck „Erstellung von Infografiken“ bereit.

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Kommentare


Asokan 28. August 2015 um 13:18

Schöne Bestandsaufnahme zum Thema Infografiken und Danke für den Hinweis auf unser 5-Stufen-Modell! ;)

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