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Lokale Suche: Yelp wirft Google Ranking-Manipulation vor

Das Quasi-Monopol der Google-Suche begründet sich auch aus ihrem Ruf, Suchenden auf Basis eines ausgefeilten Algorithmus immer die besten Resultate zu liefern. Der Bewertungsdienst Yelp zweifelt das nun lautstark an – auf Basis einer wissenschaftlichen Untersuchung.

Wer über Google nach italienischen Restaurants sucht, bekommt abhängig von seinem Standort abhängig passende Suchtreffer ausgegeben. Auf den ersten Plätzen stehen meist Verzeichnisse und Bewertungsseiten wie Gelbeseiten, Tripadvisor oder eben Yelp, die in Deutschland vor einiger Zeit den lokalen Dienst Qype schluckten. Ganz oben findet sich aber in aller Regel eine Infobox von Google selbst, die mit Daten aus Google+ Local gespeist ist.

Aber befindet sich diese Box dort tatsächlich, weil sie der relevanteste Suchtreffer für den Nutzer ist – wie es Google bei jeder Gelegenheit betont – oder handelt es sich um eine De-Facto-Anzeige? Eine neue Studie namens „Is Google degrading search? Consumer Harm from Universal Search“, publiziert von Harvard Business School, Columbia Law School und Yelp, lässt schon im Titel keinen Zweifel an ihrer These.

Yelp: Google opfert Search-Qualität der Eigenwerbung

Die Studie stützt ihre Aussage auf ein Experiment mit 2690 Internet-Nutzern, denen zwei Versionen der Ergebnisseite einer lokalen Suchanfrage (Kinderarzt in New York) vorgesetzt wurden. Die eine Suchergebnisseite entsprach der realen Version mit ausschließlich Treffern aus Google+ Local, die andere verfügte über Bewertungen von Dritt-Seiten. Das hierfür verwendete Chrome-Plugin, entwickelt von Yelp und TripAdvisor, steht übrigens zum freien Download.

Links das Original, rechts mit Dritt-Bewertungen

Links das Original, rechts mit Dritt-Bewertungen

Im Ergebnis klickten die Test-Nutzer zu 45 Prozent häufiger auf Suchtreffer, wenn sie Ergebnisse außerhalb des Google-Ökosystem beinhalteten. Die Verfasser der Studie zogen daraus den Schluss, Google opfere die Qualität seiner Internetsuche und ihren Fokus auf das beste Nutzungserlebnis für Suchende der Promotion eigener Produkte.

Gegenüber der Washington Post verwies ein Google-Sprecher darauf, der Sachverhalt sei nicht neu und die Studie methodisch fragwürdig. Man habe nur die Resultate einiger mit entsprechenden Hintergedanken ausgewählten Suchanfragen in die Untersuchung einfließen lassen. Yelp bestreitet das.

„SERP-Neutralität“ könnte Pflicht werden

Yelp unterstützt das EU-Kartellverfahren gegen Google, bei dem die Nutzung der marktbeherrschenden Google-Suche zur bevorzugten Promotion eigener Produkte ein wichtiger Baustein ist. Analog zu Microsoft, die bei Windows-Installationen inzwischen neben dem Internet Explorer auch zahlreiche andere Browser zur Installation anbieten müssen, könnte Google gerichtlich zur „SERP-Neutralität“ gezwungen werden – die sich hier in der gleichgestellten Listung weiterer Anbieter niederschlagen würde.

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Kommentare


Cliff Barnes 7. Juni 2016 um 14:43

Sagt Yelp, welche Internet-Manipulation ( Namen ändern, egal ob GmbH oder nicht ) und willkürlich Bilder löscht, angeblich Spam.

:-D

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