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Snapchat-Gründer an Video-Produzenten: „Denkt vertikal“

200 Millionen aktive Nutzer hat Snapchat inzwischen – der Großteil davon ist unter 25 Jahre alt. Wer junge und mobile Menschen auf Snapchat, aber auch auf den aufstrebenden Live-Streaming-Plattformen und in sozialen Netzwerken erreichen will, muss dazu auch bei der Videoproduktion umdenken. Denn: „Menschen drehen ihre Smartphones nicht“.

Seit Januar 2015 gibt es Snapchat neben der eigentlichen Video-Chat-Funktion auch eine „Discover“-Kategorie, die mit redaktionellen Inhalten unter anderem von Vice, CNN und Daily Mail befüllt ist. Nebst 10-sekündigen Video-Anzeigen.

9x höhere View-Rate für vertikale Videos

Bildschirmfoto 2015-06-19 um 13.34.20Jon Steinberg, Nordamerika-Chef der Daily Mail, teilte in einem Medium-Artikel seine ersten Erfahrungen. So sei man von Snapchat informiert worden, vertikale Video-Anzeigen würden bis zu 9x so häufig zuende gesehen wie konventionelle Clips im Horizontal-Format. Die eigenen Erfahrungen deckten sich mit dieser Aussage.

 

 

Entsprechend konsequent richtet die Daily Mail sowohl ihr redaktionelles Snapchat-Discover-Angebot als auch verkaufte Video-Anzeigen auf Hochkant-Nutzung aus – so, wie Smartphones und auch Snapchat üblicherweise genutzt werden. Steinberg bezeichnete es auch darüber hinaus als „erstaunlich“, dass 8 Jahre nach Einführung des iPhone vertikale Videos immer noch eine Ausnahmeerscheinung seien. Dabei würden Online-Videos längst zu einem großen Teil mobil abgerufen (Youtube: 50 Prozent) und das Drehen des Bildschirmes zur Video-Betrachtung sei „komisch und nervig“.

Riesige Ränder führen zu Abbrüchen

Bildschirmfoto 2015-06-19 um 13.33.48Das bestätigte auch Snapchat-Gründer Evan Spiegel gegenüber der AdWeek, die den 25-Jährigen (!) auf das Cover ihrer aktuellen Ausgabe nahm. Spiegel ist Keynote Speaker beim kommende Woche stattfindenden Werber-Treffen in Cannes und kommt mit einem klaren Appell. „Menschen drehen ihre Smartphones einfach nicht“, sagt der Snapchat-Gründer.

Horizontal produzierte Videos erscheinen auf Smartphones mit riesigen schwarzen Rändern über und unter dem Clip. Viele Nutzer tappen das Video dann weg, anstatt ihr Smartphone zu drehen.

Bei Live-Streaming-Apps wie Periscope und Meerkat ist eine solche Video-Rotation nicht einmal mehr möglich, betont der Fachdienst Digiday in einer Reportage zum Thema. Teilweise soll die Funktion zwar nachgerüstet werden, die App-Entwickler erwarten aber auch darüber hinaus einen klaren Überschuss der Vertikal-Zuschauer.

Vertikal produzierte Videos haben zwei Probleme, führt Digiday auf. Zum einen machten sie – analog zu klassischen Produktionen – nur auf vertikalen Bildschirmen eine gute Figur, sind also nur bedingt für TV und Desktop-Rechner geeignet. Außerdem sei die vertikale Anzeige in sofern unnatürlich, als dass wir Menschen ein horizontales Sichtfeld haben.

Nachhaltiger Mega-Trend

Nichts desto trotz: Die Mobil-Nutzung nimmt weiter zu, und damit auch die Video-Aufrufe von vertikal gehaltenen Displays. Das ist ein gewaltiger und nachhaltiger Trend, vor dem sich Online Marketer nicht verschließen können. Schon ab einem Nutzungsanteil von 50 Prozent gibt es ebenso starke Argumente für vertikale wie für horizontale Videos – und viele soziale Netzwerke liegen deutlich darüber.

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